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Das perfekte Geschenk – Schenken leicht gemacht

Evelyn SillerAllgemein Das perfekte Geschenk – Schenken leicht gemacht

Das perfekte Geschenk – Schenken leicht gemacht

Sie sind, was Sie tun. Deswegen ist es nicht egal, was Sie schenken. Das, was Sie schenken, steht für Sie. Deshalb lohnt es sich, darüber etwas genauer nachzudenken.

 

Zu jedem Anlass wollen wir alle das perfekte Geschenk schenken. Diese Suche gestaltet sich manchmal noch schwieriger als die Suche nach dem heiligen Gral. Denn Schenken ist Materie-gewordene Beziehungsarbeit – und darin liegt der Sprengstoff.

 

Die Frage ist, warum machen wir das dann überhaupt? Ganz einfach: Teilen und Abgeben fördert die Beziehung. Das kennen wir seit Angedenken bei den Menschlein wie Tierlein, in der Partnerwahl, in der Brutpflege. Wenn wir Essen und Trinken teilen, uns gegenseitig „einschenken“, gar aus dem gleichen Becher trinken, dann ist das ein Zeichen für Frieden, Verbundenheit, gar Liebe.

 

Wie gelingt also ein gutes Geschenk?

 

Ein perfektes Geschenk hat eine Ausgewogenheit der drei folgenden Aspekte. Immer, wenn diese Aspekte gut gewichtet sind, besteht eine große Chance, dass das Schenken sowohl den Beschenkten als auch dem Schenkenden Freude macht.

 

Es geht um den Aspekt der Dankbarkeit und Ehre – hier geht es um das „Was und Wie“.

Außerdem spielt der Aspekt der Zuneigung eine Rolle – hier geht es um das „Von Wem und Warum“.

Und auch der Aspekt des Gütig-Stimmens ist wichtig – hier geht es um das „Für Wen und Wozu“.

 

Der Aspekt der Dankbarkeit und Ehre

 

Ein Geschenk erweist Ehre und zeugt von Dankbarkeit – kurz gesagt, es würdigt den Anlass. Schon bei Christi Geburt kamen die drei Heiligen Könige mit Weihrauch, Myrrhe und Gold, um dem geborenen Kind und Gott zu huldigen und die Dankbarkeit für die Geburt des Messias zu zeigen.

 

Der Brauch, sich an Weihnachten Geschenke zu machen, ist eine Fortführung dieser „Geschenk-Übergabe“ der drei Könige, also nach wie vor eine Dankbarkeit dafür, dass „alle guten Gaben“ von Gott kommen, auch wenn sich viele darüber heute gar nicht mehr im Klaren sind, warum das Christkind kommt und Geschenke bringt.

 

Es entwickelte sich daraus die Tradition, gerade an Weihnachten auch an die Armen zu denken und ihnen Gaben/ Almosen zu geben, als Dankbarkeit für den eigenen Wohlstand und als Ausgleich. Aber was dies von der Ursprungsgabe der Könige unterscheidet, ist die fehlende Augenhöhe.

 

Es gibt einen Punkt, an dem Gaben unerträglich werden, nämlich dann, wenn es ums Freikaufen geht – von Ungerechtigkeit, fehlender Zeit und Zuneigung, Gemeinheiten und schlechtem Verhalten unter dem Jahr.

 

Komponente 1: Ein perfektes Geschenk schenken, heißt Augenhöhe halten. Die Gabe schubst niemanden in eine niedrigere Position und kauft nicht von etwas frei.

 

Der Aspekt der Zuneigung und des Vertrauens

 

Der Wille, das perfekte Geschenk zu schenken, ist auch immer ein Zeichen von Zuneigung. Ich gebe etwas, weil ich den Beschenkten wertschätze / gerne habe. Das mache ich freiwillig und erwarte keine konkrete Erwiderung. Ich schenke, weil mir etwas daran liegt, dass die gute Beziehung weitergeht.

 

Staatsgeschenke sind für diesen Aspekt ein gutes Beispiel. Hier werden Geschenke überreicht, um zu zeigen, dass man die Verbindung wertschätzt. Es werden Präsente gemacht, die einen Bezug zum Land des Schenkenden haben, damit der Beschenkte sich daran erinnert. Auch im Privaten tut man gut daran, Dinge zu schenken, die einen besonderen Bezug zu einem selbst schaffen, also mit denen man etwas von sich (seiner Lebenswelt, seinen Gedanken, seinem Geschmack) gibt.

 

Problematisch ist, dass Beziehungen und der Umgang mit dem Schenken an sich unterschiedlich wahrgenommen werden. Es kann also sein, dass wir etwas schenken, an jemanden, den wir mögen und dieser Jemand uns nichts zurück schenkt oder dass wir etwas geschenkt bekommen von Jemandem, für den wir nichts haben. Das fühlt sich in beiden Fällen meistens etwas komisch an – wenn wir es gewöhnt sind, Geschenke zu tauschen, weil wir denken, dass wir ein Geschenk erwidern müssen und weil wir nicht gemocht werden, wenn wir keines bekommen.

 

Ein Geschenk ist aber freiwillig und gerade diese Freiwilligkeit macht es im Herzen wertvoll.

 

Außerdem hat ein Nicht-Geschenk nicht immer etwas mit fehlender Zuneigung zu tun, sondern manchmal einfach auch mit Schusseligkeit oder einer anderen Gedankenwelt. Hier ist es wie sonst auch: Es ist immer gut, bei sich selbst zu bleiben und für sich zu überlegen, wem man etwas schenken möchte und das ohne Erwartungshaltung auch zu machen. Weil man es selbst so will. Übrigens, wenn Sie schenken: Geben Sie etwas, das mit Ihnen zu tun hat.

 

Komponente 2: Ein gutes Geschenk ist freiwillig und braucht kein Gegen-Geschenk. Schalten Sie den Erwartungsmodus oder das schlechte Gewissen aus. Außerdem ist es etwas, das für SIE steht.

 

Der Aspekt des Gütig-Stimmens

 

Natürlich spielt auch der Faktor eine Rolle, dass unser Geschenk gefallen soll. Schon die Opfergaben sollten die Götter gnädig stimmen. Wir wollen ja das Leuchten in den Augen des Anderen sehen, denn die Freude, die wir schenken kommt ins eigene Herz zurück. Dafür ist es Voraussetzung, etwas zu überreichen, das gefällt und das gelingt nur, wenn ich mir Gedanken über die Lebenswelt des Anderen mache.

 

Kritisch wird es, wenn das Gnädig-Stimmen und Freude-Geben zu groß wird, wenn es den Charakter einer Bestechung bekommt. „Wer Gaben nimmt, der ist nicht frei“ lautet eine alte deutsche Redensart – und der Unterschied zwischen Geschenk und Bestechung liegt in der Angemessenheit zur Beziehung, die verbindet. Je geschäftlicher die Beziehung ist, desto weniger ist mehr, desto transparenter und öffentlicher ist besser.

 

Komponente 3: Ein gutes Geschenk gefällt dem Beschenkten und lässt ihn das „freie und offene Herz“, also das Geben um des Gebens Willen, spüren.

 

Es sind also diese drei Aspekte, die ein Geschenk zu einem guten Geschenk machen. Wir spüren sofort, wenn einer dieser Bereiche kippt oder nicht im Gleichgewicht ist und dann fühlt sich das Geschenk irgendwie nicht richtig an.

Wenn Sie Fragen dazu haben, wie man mit diesen unliebsamen Gaben umgeht, dürfen Sie sich gerne an mich wenden.

Vorschläge gibt es in diesem Artikel der Wirtschaftswoche vom 24.12.2020, zu dem ich interviewt wurde.

 

Die magische Formel, um das perfekte Geschenk zu schenken

 

Schenken Sie also anlassgemessen, etwas mit dem Sie im Herzen bleiben wollen, etwas das dem Beschenkten gefällt, freiwillig und ohne Hintergedanken. Und zwar dann, wann Sie wollen und an die Menschen, die SIE beschenken wollen.

 

Mit einer hübschen Verpackung steigern Sie im Übrigen den Wert Ihrer Gabe. Auch bei Geschenken machen Kleider Leute bzw. isst das Auge mit. Auch wie Sie das Geschenk übergeben, hinterlässt einen Eindruck Ihrer Wertschätzung und Aufmerksamkeit.

 

Das perfekte Geschenk schenken, heißt also immer Zuwendung zu geben. Das kann auch einfach ein Telefonat oder eine Einladung zum aktuell virtuellen Kaffee-Trinken sein. Ihre Lebenszeit ist ein großes Geschenk, womit Sie Andere erfreuen können. Denn das größte Geschenk ist, und darum drehen sich auch alle materiellen Gaben, dass wir unsere Mitmenschen sehen und wahrnehmen – und was immer Sie auf Erden verschenken, wird Sie in den Himmel begleiten.

 

Haben Sie viel Spaß dabei,

Ihre

Evelyn Siller

Evelyn Siller
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